Magie zwischen Mensch und Maschine

Am 10. September startete das Staatstheater Augsburg mit der Uraufführung des VR-Balletts „kinesphere“ in die neue Saison, das im Zusammenspiel mit einem Industrieroboter die Mensch-Maschine-Beziehung thematisiert. Die Produktion wurde zuvor mit einer 360-Grad-Kamera aufgezeichnet und kommt auch durch die Versendung von VR-Brillen zum Publikum.

Die neue Spielzeit des Staatstheaters Augsburg wurde am 10. September nicht mit einer klassischen Bühnenproduktion eröffnet, sondern mit der Veröffentlichung eines ambitionierten Projekts der neu gegründeten Digitalsparte des Hauses. Am Premierendatum startete das Theater zudem den deutschland- und österreichweiten Verleih-Service von VR-Brillen, mit dem das Ballett zum Publikum nach Hause kommt. Auch konnten erstmals vor Ort im ausverkauften Theater in drei Zeitfenstern jeweils 25 Personen sich gemeinsam per VR-Brillen die Inszenierung ansehen.

Die mit einer 360-Grad-Kamera aufgenommene Produktion wurde im Vorfeld im Reinigerhaus eines ehemaligen Gaswerks aufgezeichnet. Dieses liegt auf einem großem Industrieareal in unmittelbarer Nachbarschaft der Ausweichspielstätte des Balletts – derzeit wird das alte Haus im Stadtzentrum renoviert. Ortsbesuch im Mai: Die großartige, lichtdurchflutete Architektur des Reinigerhauses in Skelettbauweise der späten Gründerzeit erstreckt sich auf drei Geschossen und ist ein ideales Setting für utopische Stimmungen. Sonnenlicht bricht sich in dem von Pfeilern gestützten, kellerartigen Raum im Grundgeschoss, der von futuristisch anmutender Musik ...

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BTR 5 2021
Rubrik: Produktionen, Seite 48
von Eva Maria Fischer

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