Lebhafter Neustart: Theatertreffen 2022

Wie hat die Coronakrise das Theater verändert? Diese Frage schwang beim 59. Theatertreffen in Berlin vom 6. bis zum 22. Mai natürlich immer mit. Erstmals seit 2019 konnte es wieder live veranstaltet werden. Für das technische Team gab es eine zusätzliche Herausforderung, das Haus herzurichten: Es ist eine Baustelle. Denn infolge von Corona ist auch die energetische Sanierung ins Stocken geraten, wie der Technische Leiter Matthias Schäfer berichtet.

Bühnentechnische Rundschau - Logo

Bei der Pressekonferenz im Foyer wenige Tage vor der Eröffnung konnten auch Laien ahnen, dass es hier noch einiges zu tun gab: Provisorische Fußbodenbeläge wurden aufgebracht, Hämmern und Bohren, Streichen und Kabel verlegen allerorten. Die Leiterin des Theatertreffens, Yvonne Büdenhölzer, zeigte wieder unerschütterliche Ruhe und Optimismus, dass alles termingerecht fertig würde zum Theatertreffen, ihrem letzten. Sie hat das Festival zehn Jahre geleitet und ist froh, dass sie sich nach zwei digitalen Ausgaben jetzt live verabschieden kann.

In einer Bilanz ihrer Arbeit verwies sie auf die massiven Veränderungen, die das Theater in dieser Zeit erlebt hat. Die veralteten Strukturen wurden im Zuge der #MeToo-Debatten sowie dem Bewusstwerden um die gesellschaftliche Diversität zunehmend hinterfragt, sie selbst hat 2019 eine Frauenquote von 50 Prozent bei der Regie eingeführt. Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren die Ästhetik verändert und mit der Pandemie ganz neue Theaterformen hervorgebracht. Wesentlich war für sie auch immer, ein Umdenken in Bezug auf Nachhaltigkeit im Theater und bei den Berliner Festspielen zu befördern – mit Erfolg und weitreichenden Folgen (siehe ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

BTR Ausgabe 3 2022
Rubrik: Foyer, Seite 4
von Karin Winkelsesser

Weitere Beiträge
„Nachhaltig agieren heißt investieren“

Wir können Bedingungen und Abläufe in den Theaterund Opernbetrieben nur verbessern, wenn wir uns mit Themen auch kritisch auseinandersetzen und Schwachpunkte benennen. Hier schildert ein Technischer Direktor seine Erfahrungen und Arbeitsabläufe in seinem Haus. Die klingen bedauerlicherweise erschreckend, aber nicht unbekannt. Kulturbetriebe pflegen nicht immer eine...

Geschichten von Metamorphosen

Venedig hat seine Kunst-Biennale wieder. Bis November dieses Jahres dreht sich von den Gärten am Ostrand und bis hinein in die Lagunenstadt wieder alles um den aktuellen Stand der Kunst. Mit einem Jahr Verspätung, denn aufgrund der Covidpandemie musste der Zweijahresrhythmus unterbrochen werden. Seit ihrem Bestehen 1895 war die „Mutter aller Biennalen“ nur in den...

Ein Haus im Fluss der Zeit

Sie zählt zu den wenigen reinen Operetten- und Musicalhäusern in Deutschland, die Musikalische Komödie Leipzig. Kurz „MuKo“ wird sie im Volksmund genannt und dieser Name ist gut vernehmbar. Das Haus im Stadtteil Lindenau, drei Kilometer westlich der Innenstadt gelegen, kann auf ein sehr treues Publikum bauen. Ein Haus mit intensiver Nutzung braucht natürlich...