Kunst und Technik bewegen

Die Anforderungen an Maschinisten der Ober- und Untermaschinerie in der Bühnentechnik haben sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt und verändert. Ein Blick in die Vergangenheit und Gegenwart dieses Berufsbilds.

An vielen kleinen und mittleren Theatern im Bereich der Obermaschinerie (OM) gab es in der frühen Vergangenheit bis in die 90er-Jahre oft nur reine Handkonterzüge und einige elektrifizierte Oberlicht- und evtl. Schwerlastzüge. Die Untermaschinerie (UM) wurde beherrscht von hydraulisch oder elektromotorisch angetriebenen Einfach- und Doppelstockpodien mit oder ohne Versenkungsöffnungen, eventuell noch Orchesterhub- und Prospektregalpodien, oder anstelle der Bühnenpodien einfache in den Bühnenboden eingelassene Drehscheiben bzw. komplexere Zylinderdrehbühnen sowie der Eiserne Vorhang.

Lediglich die größeren und größten Bühnen mit entsprechenden Seiten- und Hinterbühnen verfügten bereits über ausgeklügelte Systeme der Bühnenmaschinerie und im OM-Bereich auch mit maschinellen und elektrisch gesteuerten Prospekt und Punktzügen.

Friedrich Kranich beklagt bereits 1929 in seinem Buch „Bühnentechnik der Gegenwart“ den Umstand, dass häufig ungelernte Arbeiter als Bühnenmaschinisten eingesetzt werden. Er drang schon damals vehement auf eine Anerkennung als eigene Berufsgruppe mit Lehrlingen, Gesellen und Meistern.

Für den Versenkungsmeister forderte Kranich beispielsweise in Bühnen mit ...

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BTR Sonderband 2020
Rubrik: Thema: Berufsbilder & Porträts, Seite 54
von Klaus Haarer und Adalbert Schmid

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