Konzentrieren auf das Wesentliche

Der Bühnen- und Kostümbildner Stefan Wiel verließ im Sommer nach seiner 18-jährigen Tätigkeit als Ausstattungsleiter die Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Im „Ruhestand“ kann er sich nun seiner eigenen künstlerischen Arbeit widmen. Ein guter Anlass für eine Rückschau auf die abwechslungsreiche Arbeit eines Ausstattungsleiters.

Die letzten Wochen, bevor sich Stefan Wiel von seinem Theater verabschiedete, waren noch dicht gefüllt mit Terminen, Vorbereitungen, Inszenierungen – auch solchen, die mit ihrer Premiere bis in die nächste Spielzeit reichten. Zurück auf die Bühne hieß es im Juni also: im Haus in Radebeul, im Theaterzelt an der Elbe in Rathen, ein Interim für die Felsenbühne Rathen, im Lößnitzgrund (die Open-Air-Bühne ist sonst den Karl-May-Festspielen vorbehalten) und am Schloss Moritzburg. Endlich wieder spielen können.

Die Arbeit der vergangenen Monate – für die man am Haus teilweise viel Zeit hatte – dem Publikum zeigen können! Nach der coronabedingten Pause lief der Spielbetrieb für den Sommer schnell wieder an, Wiel war bei allen Stücken als Ausstatter gefragt: Das Schauspiel „Peter Pan“ und das Musical „Annie Get Your Gun“ waren bereits für den Sommer 2020 im Theaterzelt Rathen vorgesehen gewesen. Parallel zu diesen Zeltpremieren wurde eine „Winnetou“-Inszenierung im Lößnitzgrund realisiert. Kurz danach gab es eine Neuauflage von „Aschenbrödel“ am Schloss Moritzburg. Fast zeitgleich fanden im Stammhaus Radebeul die Premieren eines Tanzabends und eines Operetten-Pasticcios statt. Auch die ...

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BTR 5 2021
Rubrik: Produktionen, Seite 64
von Iris Abel

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