Josef Svoboda 100 – Meister des Lichts

Vor zwanzig Jahren wünschte er sich als Titel für seine Hommage in der BTR schlicht „Josef Svoboda 80“. Zwei Jahre ­später ­verstarb er. Wir erinnern an diesen großen Bühnenbildner, zählen weiter auf 100 … und erzählen von einem Meister der ­Szenografie und des Lichts – und von der Wirkung seines Schaffens.

Auch wenn es ein Lichtwerkzeug ist, das nicht mehr in jedem Theater im Magazin lagert, das viele in ihrer Ausbildung, ihrem Studium, ihren Lern- und Lehrjahren gar nicht mehr kennenlernen: Durch die Gegenlichtrampe, genannt Svoboda-Rampe, bleibt sein Name lebendig.

Wer ist dieser Mann, nachdem ein markantes Lichtwerkzeug benannt ist, dessen Name auch 18 Jahre nach seinem Tod, auf den Spielplänen großer Opernhäuser immer noch als Bühnenbildner auftaucht und als „Magier des Bühnenraums“ gilt?

Josef Svoboda wurde im Mai 1920 in Čáslav, einer mittelböhmischen Kleinstadt ca. 80 Kilometer von Prag entfernt geboren. Nach häuslicher Tischlerlehre und Prüfung zum Meister studierte er in Prag zunächst Innenarchitektur an der Kunstgewerbeschule. Seine Theaterlaufbahn begann im Prager Smetana Museum, wo er mit einer Laiengruppe arbeitete und für diese ab 1943 Bühnenbilder entwarf und realisierte.

Zwei Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg, studierte er an der Prager Akademie Architektur und Design. Er spezialisierte sich als Bühnenbildner. Die Generation neuer Szenografen in Prag setzten sich zu dieser Zeit mit den Ideen Edward Gordon Craigs und Adolphe Appias auseinander, beides ...

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BTR Ausgabe 6 2020
Rubrik: Thema: Bau & Betrieb, Seite 74
von Herbert Cybulska

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