Inklusiv und innovativ

Offenheit für Vielfalt und Mut zum Experiment – das ist die Freie Bühne München. Sie hat mit Aufführungen wie „WOYZECK“ und „LULU“ bewiesen, dass inklusives Theater professionell, künstlerisch wertvoll und energiegeladen sein kann. Am 9. Oktober war nun die Premiere von „Die Nashörner“ zu sehen – als Livestream in der Black Box am Gasteig. Eine Produktion, die zusammen mit WE ARE VIDEO entstand und dank eigener Erfindungen neue Impulse setzt bei Optik und Ton für live gestreamte Theaterstücke.

Die Freie Bühne München wurde 2013 von Angelica und Marie-Elise Fell als Verein gegründet und ist das erste inklusive Theater in Bayern mit professionellen Produktionen. Es steht allen Menschen offen, ob mit oder ohne Beeinträchtigung. Dem Theater ist eine dreijährige Schauspielausbildung angegliedert. Alle Stücke werden von Ensemble und Leitung gemeinsam erarbeitet.

Bereits im November vergangenen Jahres stand die Stückauswahl für die neue Spielzeit an; das Ensem­ble beriet sich eingehend: „Etwas mit Grusel“ sollte es dieses Mal sein, „eine Verwandlung“! Auf Vorschlag von Marie-Elise Fell entschieden sich Regisseur Jan Meyer und Dr. Ka­tharina Keim, die im Projekt theaterwissenschaftliche Beratung leistete und den Text einrichtete, für das absurde Theaterstück „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco.

Meyer ist kein Therapeut, sondern freiberuflicher Autor, Performer und Regisseur. Er hat an der Freien Universität Berlin studiert, war bereits in Saarbrücken, Osnabrück, Berlin und Bern tätig, ehe er im Jahr 2015 die künstlerische Leitung der Freien Bühne München übernahm. Er behandelt sein Ensemble wie jedes andere auch, nimmt jeden Darsteller mit seinen jeweiligen Besonderheiten ernst ...

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BTR Ausgabe 6 2020
Rubrik: Thema: Produktionen, Seite 48
von Eva Maria Fischer

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