In Freiheit und Leichtigkeit

Im französischen Clermont-Ferrand erhielt das Staatstheater La Comédie endlich seinen eigenen Bau. Dafür entstand auf einem Brachgelände innerhalb von nur drei Jahren ein Theater, das allen Bedürfnissen von Technikern und Künstlern Rechnung trägt. Bei der Gestaltung hatte Architekt und Pritzker-Preisträger Eduardo Souto de Moura absolut freie Hand.

E

s gibt sie noch, auch in Europa: Theaterbauten, die aus dem Boden schießen, ohne auf Bestehendes aufbauen zu müssen. Bauten, bei deren Gestaltung ein Architekt frei schalten und walten kann, ohne durch historische Konzepte oder Mauern in seinen Möglichkeiten eingeschränkt zu werden. Dieses Glück hatte Portugals Stararchitekt und Prisker-Preisträger Eduardo Souto de Moura in Clermont-Ferrand, im Herzen Frankreichs.

Die dortige Scène nationale, ein Staatstheater also, wurde 1997 als La Comédie gegründet und besaß seitdem zu keiner Zeit eine eigene Spielstätte, und das obwohl Clermont-Ferrand (144.000 Einwohner), eingebettet in die Berglandschaft des Zentralmassivs, die Hauptstadt der Region Auvergne ist.

Das Programm wurde auf kleineren Bühnen wie jener der Maison de la Culture präsentiert. Größere Produktionen aus Schauspiel oder Tanz waren dem Publikum der Region deshalb vorbehalten. 6500 Abonnenten zählt das Theater trotz allem, und seit dem Herbst 2020 besitzt La Comédie nun endlich ein eigenes Haus. Und lässt damit aufhorchen. Das Warten auf ein modernes Theater ausreichender Größe war lang, doch es hat sich gelohnt, genau wie der Einsatz der 38 Millionen Euro, von denen ...

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BTR Ausgabe 6 2020
Rubrik: Thema: Bau & Betrieb, Seite 66
von Thomas Hahn

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