Freiraum für die Fantasie

Flexible Räume voller Andeutung und Geheimnis sind ein Markenzeichen des ­griechischen Bühnenbildners takis. Seine Liebe zur Bühne entdeckte er im antiken Theater von Sykion am Golf von Korinth, das er als Jugendlicher mit einer Amateurtruppe bespielte. Als Schauspieler und Regisseur konnte er sich dort ausprobieren, Kostüme entwerfen, Kulissen bauen. Im Rampenlicht zu stehen interessierte ihn immer weniger: Die Szenografie hatte es ihm angetan. Eines seiner jüngsten Werke ist „Don Giovanni“ in der Oper Helsinki, das unsere Autorin wegen der Pandemie nicht mehr wie geplant besuchen konnte – ein Online-Interview schuf etwas Ersatz.

Unter den Hochschulen, die Bühnenbild plus Kostüm von Anfang an und nicht erst als Spezialisierung im Abschlussjahr unterrichten, suchte sich takis drei aus: Neben Paris und Rom kam auch Bukarest in die engere Auswahl. „In die Nationale Universität der Künste dort verliebte ich mich sofort: so schön altmodisch und verschult.“ Er lernte Rumänisch und zog nach Bulgarien. „Wir lebten wie im Kloster, arbeiteten von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends. Vormittags saßen wir malend im Atelier, nach dem Mittagessen gab es Modegeschichte.

Wir lernten, wie sich der Tanz entwickelte und die Kostüme sich seinen Anforderungen anpassten, und so weiter.“

Wenn der 40-Jährige von Bukarest erzählt, klingt es, als spräche er über eine längst versunkene Zeit. Von seinen nächsten Stationen fühlte sich der rumänische Elfenbeinturm wahrscheinlich wirklich Lichtjahre entfernt an. Dank eines Stipendiums verbrachte takis ein Jahr in Berlin und Düsseldorf, anschließend schrieb er sich an der Royal Academy of Dramatic Art (RADA) ein, um sich inmitten der vibrierenden Londoner Szene eine breitgefächerte Praxisgrundlage anzueignen: Licht, Ton, Requisite, Kulissenbau, Technik- und Produktionsmanagement, ...

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BTR Ausgabe 4 2020
Rubrik: Thema: Produktionen, Seite 48
von Wiebke Roloff Halsey