Exoten über der Bühne

Grid-Decken oder Spanndrahtseildecken sind seit den 40er-Jahren bekannt, als Lösung für Lichttechnik sind sie aber bislang noch wenig verbreitet. Welche Faktoren, neben der Aufnahme in die DIN 56928:2014-02, könnten noch dazu beitragen, die Anlagen weiter zu etablieren und die Herstellungskosten zu senken?

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Sicher, Tension-Wire-Grids (TWGs) sind nichts Neues, denn bereits in den 40er-Jahren wurden sie aufgrund ihrer geringen Reflexionen und Durchlässigkeit als Böden für schalltote Räume genutzt. Wann sie das erste Mal – wegen dieser Eigenschaften – als Grid-Decke für Licht verwendet wurden, ist unklar. Die Verbreitung bleibt aber bislang sehr begrenzt. In den USA und in Großbritannien findet sich eine Vielzahl realisierter Anlagen. In den Niederlanden und einigen skandinavischen Ländern immerhin ein paar. Im restlichen Europa sind TWGs immer noch Exoten.

Zum Zeitpunkt der Errichtung der Spanndrahtseildecke 2019 im neuen Theaterlabor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität in Gießen (BTR 6/2023) war sie erst die zweite Anlage dieser Größenordnung in Deutschland. Die erste wurde 2009 im Probezentrum in Düsseldorf eingebaut. Mittlerweile kann man von einem kleinen „Boom“ der Spanndrahtseildecken sprechen. Neben der in Gießen wurde eine weitere 2021 im Theater am Wiesendamm in Hamburg in Betrieb genommen, weitere Decken werden z. B. im Staatstheater Karlsruhe und in der Jungen Bühne Dortmund projektiert, zeigen die Architekturwettbewerbe. Es darf ...

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BTR Sonderband 2024
Rubrik: Neubau, Sanierung, Betrieb, Seite 52
von Erik Meisel

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