Ende gut, alles gut?

Mit dem Stadtverordneten-Beschluss für eine „Kulturmeile“ in Frankfurt am Main und dem geplanten Neubau von Oper und Schauspiel geht eine lange Diskussion zu Ende. Ob es die richtige Entscheidung war?

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Ein Ende. Das war es, was sich Frankfurt am Main an diesem Tag, dem 14. Dezember 2023, wünschte. Oder zumindest wünschten sich das seine Stadtverordneten, seine größte Zeitung und sein Oberbürgermeister Mike Josef. „Ich fände es gut, wenn wir in dieser Stadt auch mal etwas zu Ende bringen würden“, hatte der in einer Debatte gesagt, die eine Woche vorher im Kulturausschuss geführt wurde.

Und damit sprach er vielen aus dem Herzen: Das „größte Kulturbauprojekt Deutschlands“ („FAZ“) und vermutlich Europas, ein Vorhaben, das in seiner Größenordnung die Hamburger Elbphilharmonie hinter sich lassen wird und es in den zeitlichen Dimensionen seiner Erbauung mit dem Berliner Flughafen und dem Stuttgarter Hauptbahnhof wird aufnehmen können, sollte nun endlich starten können. Am Ende votierte eine große Mehrheit für die sogenannte Kulturmeile. Der regierenden Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt schlossen sich auch die Oppositionsparteien CDU und Linke an. „Ein langer und quälender Prozess geht heute zu Ende“, sagte deren Chef Michael Müller. Am Willy-Brandt-Platz, dem vormaligen Theaterplatz, dort, wo just an diesem Tag vor exakt 60 Jahren die „Doppelanlage“ für Oper und Schauspiel ...

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BTR Ausgabe 2 2024
Rubrik: Bau und Betrieb, Seite 45
von Nikolaus Müller-Schöll

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