Ein Universum aus Musik

Das Morgenland Festival wurde 2005 in Osnabrück gegründet. Mittlerweile sorgen Festivalleiter Michael Dreyer und sein Team mit Konzerten und weiteren Veranstaltungen nicht nur dort für kulturellen Austausch zwischen Orient und Okzident.

Eine Trompete und eine Oud bringt man gedanklich nun nicht unbedingt zusammen. Vor allem, weil die Gefahr besteht, dass das Blechblasinstrument die Schalenhalslaute klanglich an die Wand drückt. Was aber Mohannad Nasser und Frederik Köster in Osnabrück beim Morgenland Festival 2021 (9. bis 17. Juli) auf der Bühne machen, gleicht einem akustischen Tanz, der geprägt ist von der Lust am Experiment, am Austausch, an wechselnden Rollen und vom Vergnügen jenseits kultureller Zuschreibungen.

Konzerte wie dieses sind typisch für das Morgenland Festival, mit dem deren Leiter Michael Dreyer „die reiche, weithin noch unbekannte Kulturlandschaft des Vorderen Orients einem westlichen Publikum vorstellen“ möchte, wie er sagt und ergänzt: „Es ist ein ganzes Universum an Musik zu entdecken.“ Dieses Universum umfasst traditionelle wie zeitgenössische Musik in diversen Ausprägungen wie Hip-Hop aus dem Iran oder Jazz aus Syrien. Und es geht um noch mehr: das Miteinander, das gegenseitige Kennenlernen – also um Dialoge, musikalisch wie menschlich. „Letztlich ist das Kennenlernen einer anderen Kultur der erste Schritt, die Distanz zwischen Eigenem und Fremdem zu überwinden“, wird der iranische ...

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BTR Ausgabe 4 2021
Rubrik: Produktionen, Seite 22
von Marie-Luise Braun

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