Ein neuer Lebenszyklus

Die Deutsche Oper Berlin bietet eine hohe Dichte an Vorstellungen und Proben. In den vergangenen Jahren wurde die Bühnentechnik des Hauses Stück für Stück saniert und den aktuellen Anforderungen angepasst. Ein letzter Baustein dabei war die Erneuerung des gesamten Orchestergrabens, inklusive der Betonsanierung der Sohle.

Bühnentechnische Rundschau - Logo

Die Podienanlage des Orchestergrabens der Deutschen Oper Berlin stammte aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie bestand aus vier Doppelstockpodien; drei einzeln verfahrbaren bühnenseitigen Podien sowie einem großen Podium entlang der Orchestergrabenbrüstung. Alle vier Podien wurden über Spindelhubgetriebe mit stehender Mutter zwischen den Endlagen bewegt, angetrieben über zentrale Getriebemotoren und Gelenkwellenstränge. Über die Jahrzehnte wurden die Podien zahlreichen Änderungen unterzogen.

So wurde der Grundriss des Orchestergrabens vergrößert und die Podien mittels angeschweißter Kragträger an die Geometrie angepasst. Um die nutzbare Grundfläche im Doppelstock zu maximieren, wurde sogar der eine oder andere Verband aus dem Stahlbau entfernt. Die Antriebstechnik bis zu den alten Spindelhubgetrieben sowie die Steuerung wurden im Jahr 2007 erneuert. Jedoch waren vor allem die Spindelgetriebe und die Führungen stark verschlissen, der Stahlbau horizontal weich. Weitere Modernisierungen und Ertüchtigungen waren zuletzt technisch und wirtschaftlich nicht mehr darstellbar, die Podienanlage hatte das Ende ihres Lebenszyklus erreicht. Die Festlandbereiche in den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

BTR Sonderband 2024
Rubrik: Neubau, Sanierung, Betrieb, Seite 22
von Sascha Theißen

Weitere Beiträge
Zur akustischen Planung

Der Große Saal, Hauptspielstätte des Neubaus, bildet einen wesentlichen Schwerpunkt der akustischen Planung. Das Ziel besteht darin, optimale akustische Bedingungen für alle vorgesehenen Sparten – Schauspiel, Oper, Ballett und Konzerte – zu schaffen, ohne eine übermäßige akustische Bevorzugung einer bestimmten Nutzung gegenüber den anderen zu erzeugen. Dabei...

Echte Alternative oder sinnvolle Ergänzung?

Peter Keune, Technischer Direktor des Staatsschauspiels Dresden, und Raj Ullrich, Technischer Direktor am Theater Chemnitz, erläutern ihre Sicht auf die neue Qualifikation. Welche Chancen, aber auch welche Probleme sehen sie?

BTR: Peter Keune, Raj Ullrich, wie sehen Sie die Einführung eines Berufsspezialisten für Theatertechnik? 
Peter Keune (PK): Positiv. Zum...

Zwischen Licht und Dunkel

Alles ist anders an diesem Abend. Die Zuschauer gehen nicht wie gewohnt über das Foyer zu den roten Plüschsitzen des Großen Hauses am Staatstheater Braunschweig. Stattdessen werden sie in den Bühnenbereich geleitet, wo vor dem Hinterbühnentor eine Tribüne aufgebaut ist. Die Bühne ist ein Ort für Ensemble, Orchester und Publikum gleichermaßen. Der Tribüne gegenüber...