Drucken statt schnitzen
Die Landesbühnen Sachsen in Radebeul sind eine von 25 deutschen Kultureinrichtungen, die im Rahmen des Projekts „Fonds Zero“ – initiiert von der Kulturstiftung des Bundes (KSB) – aktuell versuchen, die Klimabilanz ihrer Arbeit zu optimieren. Der zentrale Ansatz dabei ist, Material für den Dekorationsbau zu entwickeln, das komplett kreislauffähig ist. Die Radebeuler Theater- und Werkstattleitung sowie ich als projektbegleitender Transformationsmanager entschieden gemeinsam, in jeder Produktion modellhaft die Fertigung eines Ausstattungsteils zu prüfen.
Aus dem unverändert straffen Produktionsplan an den Landesbühnen resultierte die klare Bedingung des Produktionsleiters Jens Kirchner, eine Deadline für solche Experimente festzulegen. So sollte ein „Umschalten“ auf klassische Herstellungsweisen möglich bleiben, um Termine für Technische Einrichtungen und Endproben bei Bedarf zu halten. War es im Bühnenbild „Peter Pan“ der Ansatz, eine große dünenartige Umbauung des Versenkungs-Podiums auf der Felsenbühne Rathen statt aus Styropor in einer CNC-gefrästen Spantenbauweise komplett aus Holz herzustellen, erkor das oben genannte Team in der Inszenierung „Freischütz“ eine Kleinserie aus ...
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BTR 5 2023
Rubrik: Bau & Betrieb, Seite 74
von Lutz Hofmann
Nachts im Regenwald kann man Angst kriegen. Das gibt sogar David Monacchi zu, der einige Übung darin hat, Nächte in Wäldern zu verbringen. Seit 2002 bereist er, ursprünglich Komponist, die Regenwälder der Welt entlang des Äquators und nimmt ihre Klanglandschaften auf – die sich besonders nachts voll entfalten, wenn die Lebewesen, die in ihnen wohnen, bei totaler...
Wir stehen locker verteilt in einem Gefängnishof. Auf den Gängen an den Seiten und über uns lehnen die anderen Gefangenen neugierig über die Geländer. Hier und da sehen wir bekannte Gesichter und versuchen uns im Raum zu orientieren. Dann stehen wir kurz im Dunkeln und vom anderen Ende des Flures kommen plötzlich sehr viele Männer auf uns zugerannt. Licht geht an...
Insider mögen es nicht, zwischen AR (Augmented Reality) und VR (Virtual Reality) zu unterscheiden, und fassen lieber beides unter dem neueren Begriff XR (Extended Reality) zusammen. Aber im Kontext des Theaters lohnt es doch, sich die beiden Ausformungen einer „Erweiterten Realität“ getrennt anzuschauen – denn sie wirken ziemlich unterschiedlich und kommen am...
