„Die Zukunft liegt im Umbau“

Alle zwei Jahre veröffentlicht die Bundesstiftung Baukultur einen Bericht zur Lage der Baukultur in Deutschland. „Neue Umbaukultur“ ist das Thema des Berichts 2022/23, der im November 2022 erschien. Der große Anteil des Bausektors an den CO -Emissionen gerät auch bei den geplanten Kultur-Neubauten zunehmend in den Fokus. Dazu ein Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Reiner Nagel

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Bereits auf der Abschlussveranstaltung der Symposium-Reihe der DTHG auf der Stage|Set|Scenery im Mai 2019 hat Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur mit Sitz in Potsdam, bereits dafür plädiert, ressourcenschonend zu planen und zu bauen, besser umzubauen als neu zu bauen, besser Räume zu reduzieren als zu erweitern (BTR 4/2019). Seitdem hat sich die Entwicklung beschleunigt, denn angesichts des rasanten Klimawandels wächst der Druck auf die Regierenden, schneller neue Energieressourcen zu erschließen.

In diesem Zusammenhang rückt das Thema Bauen zunehmend in den Fokus, denn der hohe Anteil des Bausektors an den CO2-Emissionen – in Deutschland ca. 50 Prozent, weltweit 40 Prozent – muss zwangsläufig zu umfänglicheren Überlegungen für Einsparpotenziale führen. Der Baukulturbericht stellt in vielen Facetten die Komplexität und Widersprüche zwischen neuem Bauen und der Sanierung des Bestands dar. Ein paar Zahlen und Fakten daraus verdeutlichen das Problem: 55 Prozent des deutschen Mülls sind Abrissmüll. Der jährliche Bauabfall Deutschlands (74,44 Millionen Tonnen) entspricht rechnerisch dem Materialbedarf von ca. 422.000 neuen Wohnungen. Durch neue Siedlungs- ...

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BTR Sonderband 2023
Rubrik: Neubau, Sanierung & Betrieb, Seite 28
von Karin Winkelsesser

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