Die Realität erweitern

Digitale Bilder haben das visuelle Opernerlebnis in diesem Jahr bei den ehrwürdigen Bayreuther Festspielen angereichert – für einen kleinen Teil des Publikums in den sieben Vorstellungen von „Parsifal“. Ein „Test auf Herz und Nieren“ für die AR-Technik. Unsere Autorin beschreibt die technische Realisierung, das eigene Erleben sowie Grenzen und Möglichkeiten der Technologie für die Oper

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Insider mögen es nicht, zwischen AR (Augmented Reality) und VR (Virtual Reality) zu unterscheiden, und fassen lieber beides unter dem neueren Begriff XR (Extended Reality) zusammen. Aber im Kontext des Theaters lohnt es doch, sich die beiden Ausformungen einer „Erweiterten Realität“ getrennt anzuschauen – denn sie wirken ziemlich unterschiedlich und kommen am besten zur Geltung, wenn sie gezielt und im richtigen Zusammenhang eingesetzt werden.

Regisseur Jay Scheibs „Parsifal“-Inszenierung bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen war ein AR-Projekt der Superlative; in dieser Größenordnung und an so einem prominenten Ort ist die Technologie noch nie genutzt worden und war bisher eher experimentellen Inszenierungen in der freien Szene vorbehalten. Das Projekt ist besonders, weil es die Technologie in ihrer Funktionsweise auf Herz und Nieren getestet hat – aber eben auch als großangelegter Versuch, sie in die komplexen Produktionsabläufe einer großen Musiktheaterinszenierung einzugliedern.

Experiment am ungewöhnlichen Ort
Allen AR- und VR-Projekten ist gemeinsam, dass das „Onboarding“, also die Heranführung des Publikums an die neue Technologie, die halbe Miete ist – und das ist in ...

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BTR 5 2023
Rubrik: Festivals & Produktionen, Seite 20
von Sophie Diesselhorst

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