Dialog zwischen Raum und Geschichte

In Barcelona wächst eine moderne Theaterszene heran: Zu den wichtigsten alternativen Theatern gehört die Sala Beckett. Seit 1989 fördert man dort junge Autoren und zeitgenössische Dramatik, widmet man sich theatralischen Experimenten. Die Institution ist zu einem zentralen Kulturort geworden. Das Theater zog in ein umgebautes Gebäude aus den 1920ern, mit viel Raum zum Spielen, Proben und Leben. Originaldetails und integrierte Fundstücke erinnern an dessen Geschichte.

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Nicht umsonst ist die Sala Beckett, der Sitz des ehemaligen Teatro Fronterizo, nach Samuel Beckett benannt, der die Erzählstruktur des bürgerlichen Theaters zugunsten einer dramatischen Situation auflöste. Samuel Beckett, Heiner Müller, Bernard Maria Koltès, aber auch Sam Shepard und Thomas Bernhard sind die Quellen, aus denen die jungen katalanischen Theatermacher mehr schöpfen als aus dem traditionellen spanischen Theater.

Aus dem Umfeld der Sala Beckett/Obrador Internacional de Dramatúrgia hat sich in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe neuer Autoren entwickelt, die ihre Stücke zum großen Teil selbst inszenieren und auch darin mitspielen, etwa Josep Pere Peyró, Ignasi García Barba, Carles Batlle oder Raimon Ávila. Gleichzeitig wird seit 1997 unter der künstlerischen Leitung von Toni Casares wie in einer Fabrik für zeitgenössisches Theater in den Versammlungsräumen über Theater reflektiert und der Nachwuchs ausgebildet.

Die Sala Beckett wurde im Jahr 2005 mit dem Nationaltheater-Preis von Katalonien ausgezeichnet, 2011 entstand die Stiftung Beckett/Zentrum Internationale Dramatik, um weltweit zeitgenössisches katalanisches Theater zu fördern. So wurde es notwendig, das viel ...

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BTR Sonderband 2017
Rubrik: Thema: Neu- und Umbauten, Seite 32
von Bri Newesely

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