„Der Stoff ist schon das halbe Kostüm“

Die Ausstellung „Hautnah – Die Filmkostüme von Barbara Baum“ im Filmmuseum der Deutschen Kinemathek Berlin reflektiert das kreative Werk der Kostümbildnerin entlang ihrer großen Filme. Ihre Arbeit war eng verbunden mit Rainer Werner Fassbinder, zudem entwarf sie Kostüme u. a. für Filme von Volker Schlöndorff, Bernd Eichinger und Heinrich Breloer. Die Ausstellung ist bis zum 3. Mai 2021 geöffnet.

Das ideale Filmkostüm kann glamourös, exzentrisch, teuer sein – aber die Figur, die es bekleidet, darf es nicht überstrahlen. Es muss sich einpassen in die Erzählung des jeweiligen Films.

„Ihre Gabe war es immer, die Darsteller und die Figuren, die sie im Film verkörpern, in eine Einheit zu verwandeln“, sagte der berühmte deutsche Kameramann Michael Ballhaus einmal über die Filmkostümbildnerin Barbara Baum, und hat damit einen wichtigen Anspruch an Baums Beruf formuliert – der vielleicht auch erklärt, warum Kostümbildner:innen selten so bekannt werden wie Schauspieler:innen, Regisseur:innen oder Kameraleute.

Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum in Frankfurt/Main hat ihren Beruf mit der Ausstellung „Hautnah“ in die Öffentlichkeit gerückt und eine Hommage an Barbara Baum geschaffen – in Originalkostümen sowie Vitrinen mit Archivmaterial und ausführlichen Video-Interviews wird das Lebenswerk der Berlinerin porträtiert, die vor allem in ihrer langen Zusammenarbeit mit Rainer Werner Fassbinder ikonische Filmkostüme geschaffen hat, zum Beispiel das Silberlamé-Kleid, in dem Hanna Schygulla als Nazi-Ikone auf die Bühne tritt und (im gleichnamigen Film) „Lili Marleen“ singt. Die ...

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BTR Ausgabe 6 2020
Rubrik: Thema: Tagungen & Ausstellungen, Seite 26
von Sophie Diesselhorst

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