Aufbruch in neue Gewässer

Ein Schiff als bestimmendes Bühnenbildelement ist für die Inszenierung „Die Csárdásfürstin“ am Opernhaus Zürich gefertigt worden. Der Konstrukteur beschreibt den Aufbau, die Fertigungsweise auf einer 5-Achs-CNC-Fräse und die Montage. Bis zum 1. April 2024 ist die Operette in Zürich zu erleben

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Schiffe!? Wie war das, als kleines Kind in ein Boot zu steigen? Das wackelt, das bewegt sich fort, nichts ist sicher. Trägt es wirklich? Das Gefühl, die Dinge kontrollieren zu können, ist weg. Die Menschheit hat Schiffe gebaut, lange bevor sie verstanden hat, warum sie funktionieren. Auch wenn wir heute verstehen, warum Schiffe schwimmen, eine gewisse Magie bleibt. Auch sind sie Symbol für Fernweh. Und was passiert mit einer Gruppe von Menschen, die sich auf einem Schiff nicht entkommen kann? Ein interessantes Setting für jedes Theaterstück.

Kein Wunder, dass Regisseure und Bühnenbildner gerne auf Schiffe als Teil des Bühnenbilds zurückgreifen. Allerdings sind Schiffe mit bühnenfüllenden Dimensionen, die nicht als ein Bauteil gefertigt sind, ein schwieriges Feld. Wenn dem Bühnenbildner keine gute Abstraktion gelingt, sehen sie oft mehr nach Bühnendekoration als nach Schiff aus. Aber vielleicht wird sich das ändern. Denn in immer mehr Theaterwerkstätten halten moderne 5-Achs-CNC-Fräsen Einzug, die eine Fertigung von Teilen mit großer Formenvielfalt erlauben. Bereits im März 2019 fragte mich Sebastian Bogatu, Technischer Direktor der Oper Zürich, ob ich ein Schiff für eine dortige ...

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BTR Ausgabe 2 2024
Rubrik: Bau und Betrieb, Seite 56
von Albrecht Löser

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