Wir sind Neustarter

Mehrere hundert Privattheater nutzen die Hilfe des vom Bund aufgelegten Programms NEUSTART KULTUR, das pandemiebedingte Investitionen und Projekte fördert. In loser Folge stellen wir sie in der BTR vor – dieses Mal widmen wir uns ganz besonderen Institutionen: vom deutsch-jüdischen Theater über ein Theaterschiff und ein Pferdetheater bis hin zu einem regionalen Kostümverleih und einer „Bonsai-Bühne“ in Form eines Strandkorbs.

Bühnentechnische Rundschau

Seit dem Sommer vergangenen Jahres betreut die Deutsche Theatertechnische Gesellschaft (DTHG) Privattheater, die über NEUSTART KULTUR Unterstützung beantragt haben (BTR 1/2021). Dabei geht es nicht nur darum, die Anträge effizient zu bearbeiten, sondern mit den Antragstellern auch jenseits der notwendigen Bürokratie persönlich zu kommunizieren und ihnen Möglichkeiten zur Vernetzung und zur Steigerung des Bekanntheitsgrads ihrer Institution zu geben. Zu den Antragstellern gehören auch die im Folgenden vorgestellten Kandidaten – die alle etwas ganz Besonderes haben.

Deutsch-Jüdisches Theater: Prävention durch „nachhaltige Unterhaltung“
Das Deutsch-Jüdische Theater mit Sitz in Berlin ist das einzige Repertoire-Theater in der Bundesrepublik mit dem Fokus auf jüdischen Themen. Im Jahr 2001 wurde es von dem Israeli Dan Lahav gegründet und wird seit dessen Tod im Jahr 2016 von seinem Team professioneller Künstler jüdischer und nicht-jüdischer Herkunft weitergeführt.

Mit seiner Ausrichtung verfolgt das Deutsch-Jüdische Theater vier Ziele: das Kulturangebot mit „nachhaltiger Unterhaltung“ zu bereichern; über das Judentum, die jüdische und die deutsch-jüdische Kultur zu informieren; Multiplikatoren zu schulen, um in ihrem jeweiligen Umfeld auf die Arbeit des Deutsch-Jüdischen Theaters aufmerksam zu machen; und nicht zuletzt Prävention gegen Phänomene gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, insbesondere Prävention gegen Antisemitismus. Die Aufführungen richten sich an Jugendliche und an Erwachsene aller Generationen, die sich für jüdische Kultur interessieren bzw. sich damit befassen möchten. Durch die coronabedingte Untersagung des Spielbetriebs ist das Deutsch-Jüdische Theater in seiner Existenz bedroht. Als Spielstätte für seine im Schnitt acht bis zehn Vorstellungen pro Monat stand dem Ensemble seit dem Jahr 2017 das kommunale Theater Coupé des Berliner Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf mit bisher 99 Plätzen zur Verfügung. Die pandemiebedingten Auflagen reduzierten die Besucherzahl auf 14 Personen, die mögliche Darstelleranzahl auf maximal 4 Akteure. Es gilt daher, alternative Spielorte zu finden. Gefördert mit Mitteln aus dem NEUSTART-KULTUR-Programm investierte das Deutsch-Jüdische Theater in mobile Licht- und Tontechnik, die das Bespielen von Häusern oder Open-Air-Flächen ermöglicht, die bisher nicht für Theatervorstellungen technisch ausgestattet sind. www.djthe.de

Helmnot Theater: surreale Bilderwelten 
Das Helmnot Theater, eines der größten freien Tourneetheater Deutschlands, wurde 1995 von dem Regisseur Dirk Grünig gegründet. Die poetische, moderne und bisweilen surreale Bildersprache von Helmnot fasziniert ein generationsübergreifendes Publikum. Das frei finanzierte Künstlerunternehmen ist im beschaulichen sächsischen Lichtenstein beheimatet. Jahr für Jahr entstanden hier bis März 2020 auf 10.000 m2 Produktionsfläche, in eigenen Werkstätten und Ateliers, zahlreiche Produktionen für Indoor- und Open-Air-Aufführungen, z. B. surreale Bilderinszenierungen mit haushohen Bühnenlandschaften, Figuren bis 6 m Höhe und fahrenden Stahlobjekten sowie fantastisches Figuren- oder modernes Tanztheater. Ihre ungewöhnlichen Theaterinszenierungen und Kunstprojekte verhalfen der Kompanie in kurzer Zeit zu nationaler und internationaler Bekanntheit. Herausragende Engagements bzw. Aufträge der vergangenen Jahre waren z. B. Gastspiele in Indien, Dubai und der Türkei, die Eröffnung der Kulturhauptstädte in Riga und Umea oder die künstlerische Gestaltung der Veranstaltungsreihe „1000 Funkel – Die Funkelstadt“ in Dresden auf 15.000 m2 mit mehr als 300.000 Zuschauern. Der Beginn der Coronapandemie setzte eine scharfe Zäsur in der Erfolgsgeschichte des Helmnot Theaters: Alle Aufträge bis 2021 wurden abgesagt. Dennoch hielt das Jahr 2020 auch Gutes für die Kompanie bereit: Im Rahmen der sachsenweiten Ausschreibung „Denkzeit Event“, ausgelobt durch das Sächsische Ministerium für Kultur und Tourismus sowie den Landestourismusverband, wurde Helmnot für sein Projektkonzept „Kulturzellen – das Containertheater“ mit einem der höchstdotierten Preise für Theaterkonzepte unter Pandemiebedingungen ausgezeichnet. Bei den „Kulturzellen“ handelt es sich um 10-Fuß-Seecontainer sowie mehrere Kuben, die an wechselnden Orten aufgestellt werden können. Als Bühne dienen die Dächer der Container. Das Innere der Kuben bietet Raum für das Eintauchen in Hörtheatergeschichten oder digitale Klangwelten, natürlich mit einem gut durchdachten Hygienekonzept. Der Realisierung dieses Inszenierungsvorhabens kommt das Theater mit den Fördermitteln ein großes Stück näher. Dies lässt die Kompanie an einem Neustart arbeiten und hoffen.
www.helmnot.com

Chiemsee Kasperltheater: authentisch und mobil
In den Kasperlgeschichten für Zuschauer ab drei Jahren, die sich Theaterleiter Stephan Mikat mit Unterstützung seiner Partnerin Kathy Puchalla und seiner zehnjährigen Tochter Denise ausdenkt, werden „Gut und Böse“ kindgerecht dargestellt. Der Kasperl ist ein liebenswerter Schelm, aber gleichzeitig der Freund der Kinder. Die Aufführungen sollen authentisch sein und in die Region passen. „Daher spricht der Kasperl bairisch“, erklärt Mikat. Die Aufführungen beinhalten auch ein wenig Mitmachtheater: Es wird gesungen und geklatscht und es darf auch mal der Hauptfigur die Hand geschüttelt werden. Während Mikat den Kasperl spielt und auch Denise bereits kleine Rollen übernimmt, ist Puchalla für musikalische Einlagen, für die Kulissen und für grafische Arbeiten zuständig. Stammhaus des Chiemsee Kasperltheaters ist der „Alte Sitzungssaal“ im Haus des Gastes in Bernau am Chiemsee. Die ursprünglich 80 Zuschauerplätze mussten coronabedingt auf 35 reduziert werden. Nach der Absage vieler Vorstellungen im Jahr 2020 waren ab dem Sommer immerhin Veranstaltungen auf der Open-Air-Bühne im Bernauer Kurpark und mit einer eigenen mobilen Bühne zulässig und sehr gefragt. Weil die bisherige mobile Bühne nicht witterungsbeständig ist, investierte Mikat mit Unterstützung des Programms NEUSTART KULTUR in einen mobilen Bühnenanhänger, der als „Kasperlburg“ gestaltet wurde. Hinzu kommen eine Scherenzelt-Überdachung, die sich schnell auf- und abbauen lässt und sowohl Regen- als auch Sonnenschutz bietet sowie Sitzgelegenheiten für bis zu 50 Personen mit Mindestabstand. Da der bayerische Kasperl gern zu Veranstaltungen eingeladen wird, umfasst die Förderung auch ein zweites Gefährt: einen als Kinder-Zauberwelt umgestalteten Bauwagen, mit dem das Theater zu Kindergeburtstagen, Hochzeitsfeiern, Familienfeiern etc. reisen und dort bis zu zehn Kinder unterhalten und betreuen kann. Der Wagen ist von innen mit einer Kasperlbühne, Korkboden, einer Tischgarnitur und einer Kuschelecke ausgestattet und dient als Requisite, Kulisse und Beschäftigungsobjekt. Im Sommer sollen sowohl der Kinder-Zauberwelt-Bauwagen als auch die mobile Kasperlburg feierlich eingeweiht werden. Hierzu hat sich bereits die BKM Monika Grütters angekündigt.
www.chiemsee-kasperl.de

Das Letzte Kleinod: unterwegs mit dem ozeanblauen Zug
Das Theater Das Letzte Kleinod inszeniert dokumentarische Theatervorstellungen, in denen es thematisch z. B. um Flucht, Kolonialismus, Krieg, Forschung oder Arbeit einst und heute geht. Im Bahnhof Geestenseth zwischen Bremerhaven und Hamburg bereitet Das Letzte Kleinod seine Inszenierungen auf der Grundlage von Zeitzeugenberichten oder in Zusammenarbeit mit Zeitzeugen vor. Zu den aktuellen Produktionen gehören das Projekt „Heimat&Fremde“ über den Marschendichter Hermann Allmers, das im ehemaligen Wohnhaus des Künstlers in Rechtenfleth (an der Weser bei Bremerhaven) zur Vorstellung gebracht wird sowie das für den Sommer geplante Tournee-Projekt „Kohlezug“, das die Auswirkungen des Braunkohletagebaus untersucht und in drei Kohlerevieren zur Aufführung kommen soll. Ein einzigartiges Vehikel des Theaters ist der hauseigene ozeanblaue Zug. Mit dieser verkehrstauglichen Eisenbahn fährt das Ensemble auf öffentlichen Schienen zu Auftritten in In- und Ausland. Ziel ist häufig ein Originalschauplatz der Handlung. Die elf Waggons beinhalten Werkstätten, Büros, Ausrüstungsund Vorratslager, einen Speisewagen sowie Wohnschlafwagen für bis zu 17 Personen. Das Theater wurde u. a. mit dem Theaterpreis des Bundes (2016) und dem Innovationspreis des Fonds Soziokultur (2020) ausgezeichnet. Im Rahmen von NEUSTART KULTUR schaffte Das Letzte Kleinod mehrere VW-ID.3-Elektro-Autos und ein Cargobike an, um in die sichere und klimafreundliche Mobilität der Mitarbeiter zu investieren. Allein mit dem Zug als Fortbewegungsmittel ist der Betrieb des Projekts nämlich nicht möglich. Für Recherchen, Pressetermine an den künftigen Spielorten, Einkäufe etc. bedarf es weiterer Fahrzeuge. Auch falls der Zug mittels eines Eisenbahnverkehrsunternehmens bewegt wird, das keine Lizenz zur Beförderung von Personen hat, muss das Ensemble auf anderem Weg reisen. Die neuen E-Autos lösen die bisher genutzten, mit Diesel betriebenen VW-Busse ab. www.das-letzte-kleinod.de

Pferdetheater Rugia: Theater zu Ehren der Pferde
Saleroso, Brioso, Moe, Hugo, Interlauris, Santa, Regan, Perfect, Quaster, Inka und Soraya heißen die vierbeinigen Darsteller des Pferdetheaters Rügen. Eine Gruppe von Reitern und Schauspielern rund um den Initiator des Pferdetheaters Leon Vermeulen und die Mitgesellschafterinnen Marlen Schulz und Cornelia Brähmer bietet kunstvolle, multimediale Reitvorführungen, in denen das Pferd umrahmt von digitalen Medien im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Das Pferdetheater wurde im Jahr 2011 auf der Ostseeinsel Usedom gegründet, war eine Zeit lang in Berlin zu Gast und hat seit 2017 eine feste Heimat inklusive eigener Spielstätte in der Feldsteinhalle in Zirkow auf Rügen gefunden.

Als „ein dauerhaftes Projekt zu Ehren der Pferde“ bezeichnet Vermeulen das Pferdetheater. Die Inszenierungen, bei denen Pferde und Menschen gemeinsam auftreten, zeigen eine ganz besondere Form der Theaterkunst, bei der die Eleganz, Dynamik und Kraft der Pferde zum Ausdruck kommen. Auch ihre Individualität ist spürbar – Stolz, Zaghaftigkeit, Wildheit, tänzerische Leichtigkeit, Ruhe und natürlich auch der Wechsel zwischen diesen Stimmungen. Das Team um Vermeulen möchte auf das Potenzial der Pferde aufmerksam machen, die von der Antike bis ins 20. Jahrhundert unverzichtbare Protagonisten im Alltag waren. Im Pferdetheater ziehen sie die Zuschauer mit Produktionen in ihren Bann, die als Hommage an das Pferd und seine Kultur zu verstehen sind. Sie sollen einen Beitrag dazu leisten, das Pferd in seiner Geschichte und in seiner Entwicklung zu sehen, ohne es auf eine Rolle als Zuchtobjekt, Zirkusattraktion, Sport- oder Luxusgerät zu reduzieren. Im Rahmen von NEUSTART KULTUR hat das Pferdetheater Fördermittel erhalten, um eine überdachte Außentribüne für 100 Zuschauer zu errichten. Bei entsprechenden Freilicht- bzw. Freiluftvorstellungen sind die lufthygienischen Voraussetzungen (nicht nur) zu Pandemiezeiten optimal. Auch langfristig soll die Außenspielstätte in den Sommermonaten genutzt werden. 
www.pferdetheater.com

Theaterschiff Hamburg: Kabarett unter Deck
„Kann man mit Männern Urlaub machen?“ lautet der Titel der Komödie von Hans Holzbecher (Hausregisseur am Düsseldorfer Kom(m)ödchen), mit dem das Theaterschiff Hamburg am 4. Juni seinen Spielbetrieb nach der coronabedingten Zwangspause wieder aufnehmen möchte. Es geht um ein Ehepaar, das eine Piraten-Abenteuer-Reise in einer Kolonne von 17 Schlauchbooten gebucht hat. Doch das Schlauchboot der beiden wird bereits ganz zu Beginn der Tour abgetrieben, weil er telefonieren musste und sie daraufhin einen Schreikrampf bekam. Das Paar strandet daraufhin auf einer Elbinsel … Dargeboten auf einem echten, am Hamburger Nikolaifleet an der Elbe vertäuten Schiff wirkt diese geplante Inszenierung umso vielversprechender. Das Theaterschiff Hamburg ist eine kulturelle Institution der Hansestadt. Im Jahr 1975 wurde es von Christa und Eberhard Möbius als erstes Theaterschiff Deutschlands eröffnet, seit 2000 ist es im Besitz der Familie Schlesselmann. Bis heute ist es das einzige hochseetüchtige Theaterschiff Europas und bietet große Kunst auf seiner kleinen Bühne. Das Programm umfasst Auftritte von Kabarett-Ensembles und Solokabarettisten, generationsübergreifendes Theater für Familien sowie Musiktheater. Normalerweise finden im Theatersaal unter Deck 120 Zuschauer Platz. Die Gäste sitzen im Halbkreis in maximal sieben Metern Entfernung um die Bühne. Dieses zur ganz besonderen Atmosphäre des Theaterschiffs gehörende enge Ambiente stellt zu Pandemiezeiten ein großes Risiko dar. Mit finanzieller Unterstützung von NEUSTART KULTUR investierten die Betreiber daher in Hygienemaßnahmen. Plexiglasscheiben befinden sich nun zwischen den Stuhlreihen, an der Bar und im Kassenbereich. Die Lüftungs- und Klimaanlage wurde mit einem leistungsstärkeren Motor versehen. Damit der Einlass des Publikums zeitlich eingeteilt werden kann, aber bei schlechtem Wetter niemand wartend im Regen stehen muss, wurden eine Überdachung auf dem Ponton, an dem das Schiff liegt, und ein entsprechend überdachter Übergang zum Schiff gebaut. So wird in Kürze zumindest ein Spielbetrieb vor 38 Zuschauern möglich sein.
www.theaterschiff.de

Wald- & Wiesen-Konzerte: Vorstellungen in der freien Natur
Einem überdimensionierten Strandkorb ähnelt die hölzerne Bühne des Projekts „Wald- & Wiesen-Konzerte“. Auf einem Pkw-Anhänger wird sie – zusammengeklappt zur Form eines Wagens, in dem sich auch das für Veranstaltungen notwendige Equipment unterbringen lässt – an wechselnde Spielorte gefahren. Vor Ort klappt eine der Längsseiten herunter und ergibt mit der Bodenfläche eine Bühne von 3 × 3 m Größe. Das Wagendach wird zu einem Strandkorb-ähnlichen gewölbten Dach mit seitlichen Stoffsegeln ausgefahren.

Mit diesem Gefährt tourt der Münsteraner Künstler Sebastian Netta durch die Region und veranstaltet Konzerte (Klassik, Akustik, Folk-Jazz, Bossa Nova) an Orten in der freien Natur, z. B. auf einer Waldlichtung, am Blühstreifen eines Feldes, an einem Bach oder im ruhigen Park eines Seniorenheims. Das gemeinsame Eintauchen in ein Kunsterlebnis in einem ansprechenden Freilicht-Ambiente ist das Ziel der Wald- & Wiesen-Konzerte. Jeder Zuschauer kann sich nach Belieben vor der Bühne platzieren, z. B. auf einer mitgebrachten Decke, verbunden mit einem Picknick. Netta begann mit diesem Projekt im Jahr 2018, natürlich nicht ahnend, dass sein Konzept (Open Air, ausreichend Abstand) unter den kommenden Umständen einer Pandemie erst recht ein Erfolgsmodell werden würde. Bis zu 150 Teilnehmer werden pro Veranstaltung erreicht. Derzeit plant Netta die Ausdehnung seines Angebots auf die Bereiche Theater, Lesungen und Kabarett. Für seine neue Sparte „Nachbarschaftskonzerte“, die sich an Nachbarschaften, Bauernschaften und andere Gemeinschaften im ländlichen Westfalen richtet, erhält er Unterstützung von der Stiftung Westfälische Landschaft und dem Land NRW. Im Rahmen von NEUSTART KULTUR haben die Wald- & Wiesen-Konzerte Fördermittel erhalten, um die „Bonsai-Bühne“ professionell nach dem bewährten Modell nachbauen zu lassen. Der neue Bühnenstrandkorb wird noch stärker den sicherheitstechnischen und künstlerischen Anforderungen sowie Aspekten der Nachhaltigkeit gerecht. Die Stromversorgung der neuen Bühne erfolgt mittels eines Solarpanels mit Batteriespeicherung.
www.wuw-konzerte.de

Funduz-Kostümverleih: Quelle für stilsichere Zeitreisen
Mit mehr als 8000 Kostümen und Accessoires auf 800 m2 ist der in Staufen ansässige Kostümverleih Funduz die bedeutendste Einrichtung ihrer Art für die Region zwischen Karlsruhe und Basel. Über 250 Theater und Ensembles, Tanz-, Schauspiel- und Ballettschulen sowie Kinder- und Senioreneinrichtungen nutzen diese Institution. Auch Veranstalter von privaten Feiern, Mottopartys oder historischen Stadtfesten sowie Filmteams und Fotografen gehören zu den Kunden. Funduz ist ein Projekt des Faust e. V. (Förderverein für außergewöhnliche und unterhaltende Staufener Theaterkultur). Dieser tritt auch selbst als Veranstalter auf, z. B. mit dem jährlich stattfindenden Freiluft-Theaterfest STAdt-GESchichten, bei dem für Szenen aus 13 Jahrhunderten über 800 Mitwirkende historisch korrekt ausgestattet werden. Seit dem Jahr 2005 hat der Kostümverleih seine Räumlichkeiten im Keller eines ehemaligen Fitnessstudios. Da die Lokalität in vielerlei Hinsicht nicht den pandemiebedingten Hygieneanforderungen genügte, beantragte der Faust e. V. Mittel aus dem NEUSTART-KUL-TUR-Programm. Hiermit wurde die Ein- und Ausgangssituation optimiert (auch hinsichtlich Barrierefreiheit) und ein Lüftungssystem eingebaut; es wurden Trennwände eingezogen, die Sanitäranlagen erneuert und Hygienemittel wie z. B. Desinfektionsstationen angeschafft. Zudem gibt es nun Möglichkeiten zur digitalen Kostümauswahl und Reservierung. Hierzu wurde ein Ankleidezimmer eingerichtet, in dem per Livestream die Kostüme nach Wunsch vorgestellt und nach Abstimmung von Farben, Längen und Weiten gebucht werden können. Somit dienen die Maßnahmen der Gesundheit der Besucher und Mitarbeiter und machen den Weiterbetrieb des Verleihs auch in pandemiebedingt schwierigen Zeiten möglich.
www.kostuemfunduz.de

Weitere Infos rund um NEUSTART KULTUR sowie Porträts der geförderten Institutionen gibt es auf www.dthg.de/foerderung/neustartkultur/ oder auch über den dort erhältlichen Newsletter. Er informiert wöchentlich über alle neuen Entwicklungen und stellt in Porträts weitere „Neustarter“ vor.


BTR Sonderband 2021
Rubrik: Neustart/Zukunft, Seite 14
von Juliane Schmidt-Sodingen

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