Weite Räume, lichte Helle

Die Stuttgarter John Cranko Schule war die letzte unter den staatlichen deutschen Ballettakademien, die noch in einem alten, nicht renovierten Gebäude untergebracht war. Die international anerkannte Schule ist nun in einen Neubau eingezogen, der nach fünfjähriger Bauzeit Ende September eröffnet wurde. Die moderne Architektur trägt den vielseitigen Ansprüchen des Lehr- und Probebetriebs Rechnung und bietet darüber hinaus auch Räume zum Wohnen, Lernen und Verweilen.

Die Ballettschule der Württembergischen Staatstheater bot 1971 die erste staatliche Ballettausbildung in Westdeutschland an, bis dahin lag die Ausbildung für den Beruf des Tänzers vollkommen bei privaten Instituten. Choreograf John Cranko, Begründer des „Stuttgarter Ballettwunders“, baute eine Akademie nach englischem Vorbild auf; er verstarb 1973 viel zu früh, 1976 wurde die Schule nach ihm benannt.

Heute speist sich der Nachwuchs der international nach wie vor renommierten Stuttgarter Ballettkompanie zum größten Teil aus der eigenen Schule, sie gehört bei Ballettstudenten zu den angesehensten Akademien der Welt und ihre Absolventen gewinnen regelmäßig Preise. Dennoch war die John Cranko Schule die letzte unter den staatlichen deutschen Ballettakademien, die noch in einem alten, nicht renovierten Gebäude hauste: einem ehemaligen Verlagsgebäude, das trotz mehrfacher Erweiterungen so verwinkelt und eng war, dass man sich kaum traute, Fotos der Räumlichkeiten ins Netz zu stellen. Und im angeschlossenen Internat reichte der Platz lange nicht für alle Stipendiaten, sodass sie in externen Wohngemeinschaften untergebracht waren.

Heute, im Jahr 2020, ist die neue Cranko-Schule die erste ...

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BTR Ausgabe 5 2020
Rubrik: Thema: Bau & Betrieb, Seite 54
von Angela Reinhardt

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