Dokumentarfilm: Sad and silly

«Wer hat Angst vor Sibylle Berg?» Zwei Jahre lang haben «Böller und Brot» sie begleitet – ein Porträt zwischen Nähe und Distanz

«Authentizität?» Sibylle Berg fängt sofort an, verbal zu holpern und zu stolpern. Schwieriges Wort. Schwierige Anforderung. Die sogenannte Echtheit «ist ja Quatsch. Musst dich ja ankleiden, verhalten, rüsten». Authentisch nein, ehrlich ja. Z.B., wenn sie den beiden von ihr als «Doku-Schlampen» titulierten Filmerinnen Wiltrud Baier und Sigrun Köhler (die als «Böller und Brot» ihre Filme drehen) beim barfüßigen Platznehmen auf der eleganten Bank zum Gesprächsauftakt mitteilt, sie würde «eh nur lügen».

Und das vermutlich auch tut, wenn sie etwa von ihrem allerersten Werk erzählt, ein Krimi, mit fünf Jahren, inspiriert von Edgar Allen Poe, «was sonst». Aber Wahrheit und Lüge, Nacktheit und Aufrüstung auseinander zu halten, das bleibt so aussichtslos wie reizvoll beim Anschauen des 90-Minüters.
Der kam überhaupt nur zustande, weil Böller und Brot sich bereit erklärten, ihr Zutritt zu verschaffen zu einem ihrer Traumhäuser, einem Glas-Betonkubus mit Pool von John Lautner über den Hügeln von Los Angeles, im Besitz eines skurrilen weißhaarigen Millionärs im Cowboy-Nieten-Look, der mit der scheue Fragen stellenden Deut­schen («How do you clean your windows?») durch sein Prachthaus schlurft ...

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Theater heute April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Barbara Burckhardt