china blues

Seit zehn Jahren ist Xin Peng Wang Ballettdirektor in Dortmund, aber von Asiatica hat er bislang die Finger gelassen. Jetzt bringt er mit «Der Traum der roten Kammer» ein Nationalepos seiner Heimat auf die Bühne

Schon wieder China. Seit einiger Zeit räumt das Riesenreich die namhaftesten Kulturpreise ab: Literaturnobelpreis, Friedenspreis des deutschen Buchhandels, davor Friedensnobelpreis. Es hat mit Ai Weiwei einen der meistdiskutierten bildenden Künstler der Gegenwart, und die schönste Frau der Welt kommt derzeit ebenfalls aus China.

Fast könnte man meinen, die westliche Angst vor der aufstrebenden Weltmacht wird mit Belobigungen therapiert, auch wenn die politische Haltung des Ausgezeichneten stets aufmerksam beäugt wird: je mehr Dissident eine(r) ist, desto besser, denn das Label «Menschenrechte» tut auch der Kunst ganz gut. Doch für die international arbeitenden chinesischen Künstler heißt das: Irgendwer ist immer verärgert. Sind sie kritisch, werden sie daheim geächtet. Bleiben sie neutral, meckert das Ausland. Ein Dilemma.

«Der Roman ‹Der Traum der roten Kammer› hat für Chinas Kultur einen ähnlichen Stellenwert wie Thomas Manns ‹Buddenbrooks› für Deutschland», lautet derzeit ein Werbeslogan, mit dem das Ballett Dortmund seine neueste Produktion anpreist. Dennoch hinkt der Vergleich, denn das Lübecker Sittengemälde kann offensichtlich kaum konkurrieren mit der Popularität seines ...

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Tanz Februar 2013
Rubrik: produktionen, Seite 16
von Nicole Strecker