brüssel: eva meyer-keller «cooking catastrophes»

Hier ein Rütteln, da ein Flämmchen, dort ein Schwall Flüssigkeit von oben – und alles ist überschwemmt. Die Welt geht unter. Etwas verkokelt, zerbricht, wird unterspült. Für den partiellen Weltuntergang gibt es viele Ansätze und Methoden, und allen sieht man in diesem Fall gleich gern zu.

Eva Meyer-Keller, Sybille Müller und ihr Team tischen buchstäblich Katastrophen auf. Bei der performativen Installation der beiden Tanz- und Medienkünstlerinnen aus Berlin sitzen die Zuschauer um mehrere Tische herum, Bestecke und Servietten fehlen (noch).

«Cooking Catastrophes» werden im gekachelten Foyer von PACT Zollverein in Essen angerichtet, wo die deutsche Erstaufführung stattfindet. An zwei gefliesten Wänden klebt eine beachtliche Kollektion gleichgroßer Fotos, beschriftet und in Blöcken angeordnet, säuberlich nach Katas-trophenarten sortiert: hier natürliches, dort menschengemachtes Unglück. Man erkennt sie alle wieder: die Bilder aus New Orleans, New York, Japan, so kleinformatig, dass man lange hinstarren muss, um noch mal den Schrecken bestimmter Katastrophen zu erahnen oder sich an die Nachrichten zu erinnern. Mit dieser Distanzierung arbeitet die Performance. Natürlich hat sie einen ...

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Tanz Juni 2012
Rubrik: kalender, Seite 50
von Melanie Suchy