adam linder: «Parade»

Es ist überaus anregend, sich mit Adam Linder über Tanz zu unterhalten (siehe tanz 10/13). Der Australier ist ein kluger Kopf. Demnächst wird er auch an einer Universität in Los Angeles unterrichten. Über kulturelle Formen, ihren Kontext und ihre Konditionen zu reflektieren, sei ein ganz wesentlicher Aspekt seiner künstlerischen Arbeit, betont er. Und beschreibt amüsant und treffend die Berliner Tanzszene, der er sich durchaus zugehörig fühlt. Bei der vorherrschenden Ästhetik des Post-Post-Modernen werde viel zu wenig Wert auf technische Fähigkeiten gelegt, schimpft er.

Für ihn ist die Kritik ein Leichtes, hat er doch als Tänzer bereits mit dem Londoner Royal Ballet und mit so namhaften Choreografen wie Michael Clark und Meg Stuart gearbeitet. «Wenn man sich das Programm eines Jahres anschaut», befindet er über die Berliner Lokalen, «sind die bestimmenden Themen folgende: Ritual, Zusammensein, Partizipation, Begegnung mit dem Anderen. Alles Hippie-Themen.»

Adam Linders reflektierte Bühnenarbeiten sind mit einer durchaus etwas anderen Sinnlichkeit aufgeladen. Weit und breit findet sich kein authentisches Selbst, das der kapitalistischen Logik trotzen möchte. Lieber demonstriert ...

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Tanz März 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 16
von Sandra Luzina