life is a cabaret

Er spricht, der Tänzer. Er kann tatsächlich sprechen! Warum Tänzer so gern zur Lecture-Performance greifen.

I.

Es ist 2011. Experten bezeichnen die Gegenwart als «Wissens- und Medienzeitalter». Menschen gehen trotz Cyberwelten in Tanz- und Theaterhäuser. Dafür berühren die Umstürze in Nordafrika den Westeuropäer nur bedingt. Berufsbezeichnungen wie «Schauspieler», «Tänzer» und «Kabarettist» existieren nach wie vor. Vom Ersten erwarten wir, dass er stimmlich, vom Zweiten, dass er tänzerisch spricht. Der Kabarettist macht beides. Er nutzt seinen Körper für Satire, Ironie oder Parodie, um politische Ereignisse auszustellen und zu kritisieren.



Action
Es ist 1998. Ein Molekularbiologe betritt die Bühne. Sein Stück wird in Berlin als Tanz angekündigt. Ob das auch wirklich Tanz ist, wird in der Tanzszene stark diskutiert. Später einigt sich die Tanzwissenschaft darauf, diesen «Vortragstanz» unter dem Begriff Konzepttanz und dem Unterbegriff Lecture-Performance einzusortieren. Xavier Le Roy hat seinen Platz gefunden.

Cut
Welche Prognosen lassen sich anstellen, wenn die Frage lautet: Welche Rolle wird das Medium Sprache im Tanz in Zukunft spielen? Wenn der Tänzer zum Beispiel nicht nur tanzt, sondern auch spricht, oder wenn er gar nicht mehr tanzt, sondern nur noch spricht? Ist das dann auch noch ...

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Tanz November 2011
Rubrik: ideen, Seite 62
von Lucia Rainer