düsseldorf: Dave St-Pierre: «Création 2012»

Nach «La Pornographie des âmes» (2005) und «Un peu de tendresse bordel de merde!» (2008) handelt Dave St-Pierres «Création 2012» von Mann + Frau, Himmel + Hölle, Leben + Tod. Eine nackte Meute, nichts als kindische weiße Flügelchen am Rücken, rennt kreischend von außen gegen die gläserne Hinterwand der Bühne in der Amsterdamer Stadsschouwburg an. Haut klatscht an Glas. Nach einer Weile entern die Akteure das Theater und räumen einen Sperrmüllhaufen auf: Klamotten, Schuhe, Stühle, kleine Bogen und Pfeile. Die Entstehung der Welt.

Das Tohuwabohu zwischen Männlein und Weiblein kommt erst noch.

Karina Champoux und Éric Robidoux stehen untätig herum; die Amor-Engel richten sie für eine Feier her, die nicht kommt. Nächste Szene: Sie nimmt Anlauf, springt, er fängt und dreht sie. Eine sportliche Nummer, wieder und wieder absolviert. Sie ist unersättlich, und er kann nicht Nein sagen, bis zum Umfallen. Später hält er einen Blumenstrauß, «der letzte aus dem Supermarkt», und wirkt wie von Sinnen.

Danach sitzt sie in einer roten Lache, zerrupft die Blümlein und heult, «warum muss das immer mir passieren». Lächerlich, die Liebe. An der Grenze erst zeigt sie sich, als es eigentlich zu spät ist. ...

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Tanz Oktober 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Melanie Suchy