Ensemblekultur oder: Was bleibt von 2014/15

Die Bilanz der Spielzeit im Urteil von 50 Kritikern

Verschiedener könnten sie kaum sein. Ruhig, zurückhaltend, geradezu wortkarg der eine. Wenn er spricht, dann meist in elliptischen Sätzen, die Fährten legen ins Freie. Hinaus ins Land, wo Fantasie und Spiel blühn. In einen Kosmos, der seit bald 50 Jahren sein Zuhause ist. Weil er ihn jeden Tag überrascht, inspiriert, in Bewegung hält. Vital, mitteilsam, geradezu wortverliebt der andere. Wenn er erzählt, dann meist in weiten Bögen, selbstbewusst und selbstironisch das Terrain absteckend, das er seit 25 Jahren immer wieder neu für sich (er)findet.



Wer Klaus-Peter Kehr und Bernd Loebe im Dialog erlebt, spürt freilich bald, dass ihre scheinbar inkompatiblen Temperamente mehr verbindet, als auf den ersten Blick zu erkennen ist: eine Geistesverwandtschaft, die zentrale Aspekte ihres Denkens und Handelns betrifft. Die Überzeugung etwa, dass Qualität und Vielfalt eines Spielplans weniger von am Schreibtisch ausgeklügelter Programmatik als von der Haltung der Menschen abhängen, die auf und hinter der Bühne für sie einstehen. Für den Mannheimer wie für den Frankfurter Intendanten ist das der Ausgangspunkt aller Überlegungen. Beide legen deshalb höchsten Wert auf die stete Entwicklung und ...

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